Ende gut, alles Gut?

Autor: Amelie Rick | 02.03.2026

 

Wir leben in einer Welt voller Versprechungen. Ganz egal, wohin wir auch blicken: Unsere Augen können sich ihnen kaum entziehen. Seien es neue Kleidungsstücke, neue technische Geräte, neue Möbel, eine neue Ernährung, eine Reise, ein Abo im Fitness-Club oder, oder, oder… Unsere Welt lebt davon, uns mit ihrer Werbung dazu zu bringen, Geld in Dinge zu stecken, die uns immer wieder verheißen: „Wenn Du mich besitzt, dann wirst Du Dich wie ein neuer Mensch fühlen und endlich rundum glücklich sein.“ Womit hier gespielt wird? Mit unserer Hoffnung!

Dabei kennen wir es doch alle nur zu gut: dieses Gefühl, zum Spielball falscher Versprechungen geworden zu sein. Das ermüdet auf Dauer. Denn ist das neuste technische Gerät gekauft und hat man sich daran gewöhnt, lässt seine beglückende Wirkung seltsamerweise nach. Ganz ähnlich verhält es sich mit Möbeln und Kleidungsstücken. Und ja: auch mit diesen lebensverändernden Routinen, die wir nun erfolgreich in unser Leben integriert haben. Komischerweise wächst der Hunger nach dem Neuen auch nach der Ernährungsumstellung weiter. Unersättlich sucht sich unsere Seele immer wieder etwas Neues, dem sie nacheifern kann. Dabei kommt sie niemals wirklich an. Und trotzdem fällt sie immer wieder auf den gleichen alten Trick herein.

Das, was hier so oberflächlich und fast humoristisch beschrieben wird, geht tiefer, als man im ersten Augenblick glauben mag. Denn tief im Innen sehnt sich der Mensch nach Hoffnung, nach Zukunft und Zuversicht. Zu Neudeutsch: nach einem Dopaminstoß, der nicht nur einige Stunden, Tage oder Monate anhält. Sondern am besten für immer.

So wundert es auch nicht, dass der Trend in unserer westlichen Welt, sich in Schweigeklöster einzumieten, ein Soul-Retreat zu machen oder einen Meditationskurs zu buchen, immer mehr steigt. Scheinbar erkennen Menschen zunehmend, dass das Materielle und die äußere Sicherheit doch nicht die Erfüllung all unserer Sehnsüchte sein können. Dieser Trend scheint eine gemeinsame Überschrift zu tragen: „Da muss es doch noch mehr geben.“

Werfen wir einen Blick in die Bibel, lesen wir dort auch von einem Versprechen, das sogar die Losung für das Jahr 2026 ist: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21; 5) Gott selbst spricht hier im letzten Kapitel des Buches der Bücher den Menschen direkt an. Und damit auch unsere Sehnsucht nach dem Neu, die uns so bittersüß vertraut ist. Denn Er weiß um unsere unerfüllte Sehnsucht. Er selbst hat sie ja in uns angelegt. Und uns mit ihr auch den dazugehörigen Schlüssel ins Herz gelegt. Nur suchen wir ihn oft an der falschen Stelle. Mit Seinem Zuspruch „Siehe, ich mache alles neu.“ möchte uns Gott ganz persönlich Hoffnung machen. Der große Unterschied zu all den anderen uns so vertrauten Versprechungen? Diese Hoffnung auf das Neu gründet sich nicht in der Welt. Denn diese ist vergänglich. Genau wie all die vielen Dopaminstöße, die leider früher oder später enden und denen wir so begehrlich hinterherlaufen.

Und so hat sich Gott etwas Wunderbares für uns ausgedacht, was uns wirklich Freude schenken darf, die bleibt:

Der zitierte Bibelvers stammt aus dem Kapitel, das sich um den neuen Himmel und die neue Erde dreht, die Gott eines Tages erschaffen wird. Die Welt, so wie wir sie kennen, wird an diesem Tag sterben. Und mit ihr auch all ihre leeren Versprechungen. Was sich an diesem Tag erfüllen wird, ist das Versprechen Gottes, jede Träne unseres Lebens abzuwaschen, jedem Leid ein Ende zu setzen und uns mit Seiner himmlischen Gegenwart zu füllen, die unsere unersättlichen Seelen endlich Heimat finden lässt. Diese verlässliche Hoffnung darf uns in unseren irdischen Tagen tragen und uns trösten. Denn sie verspricht das, was wir uns doch alle ersehnen: Ende gut, alles gut. Doch bis es soweit ist, dürfen wir Gottes Worte auch auf unser Hier und Jetzt beziehen und aus ihnen Mut machende und entlastende Wahrheiten entnehmen:

Nicht wir sind im Letzten und allein für das Neu in unserem Leben zuständig. Wenn wir uns zu Gottes Familie zählen, dürfen wir wissen: ER möchte alles neu machen. Das darf uns Kraft zusprechen, die uns unser Leben tatenfroh gestalten lässt. Aber mit einer gehörigen Portion Gelassenheit im Herzen. Scheitern, Leiden, Fehler und Enttäuschungen dürfen dazugehören. Sie werden in Gottes Gnade aufgefangen und bedeuten nicht unser Ende. Unser Ende ist eine leichte und freie, eine beglückende und sättigende Ewigkeit, die doch so viel länger sein wird als unser irdisches Leben. Dieser Zuspruch darf uns sicher machen und uns bergen, auch wenn uns das Leben das Leben gerade schwer macht. Aus ihm darf sich die Weisheit speisen, wie wir unsere Lebzeit hier auf Erden gestalten.

Wie sagt es die Bibel in Psalm 90;12: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“? Vielleicht macht dieser Spruch mit der Perspektive Ewigkeit ja sogar Sinn? Denn leben wir mit ihr, stellt sich automatisch eine tiefe Zuversicht ein, die länger andauert als jeder Dopaminstoß. Denn sie trieft vor einer Freude, die sich in der Gewissheit gründet: Am Ende wird wirklich alles gut.